Im Folgenden möchte ich Ihnen kurz einen Überblick geben über die Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die in meiner Praxis behandelt werden. Es wurde versucht auf allzu viele Fremdwörter zu verzichten und wenn sie denn doch nötig sind, auch durch ihre Übersetzung zu erklären.

Sprachstörungen

Unsere Sprache entsteht im Kopf. Sprache, das sind für uns Worte, die uns zur Verfügung stehen, die wir über unser Gehört aufgenommen haben und die Art und Weise, wie wir sie zusammenfügen. Wenn diese Fähigkeit gestört ist, ist uns eine Verständigung nur noch schwer möglich, oder kann sogar völlig unmöglich werden. Auf Kinder mit einer verzögerten Sprachentwicklung kann das zutreffen. Oder auf Menschen, die nach einem Schlaganfall eine Aphasie (=erworbener Sprachverlust) erleiden. Sie müssen "neu lernen", was sie seit ihrer Kindheit beherrscht hatten - ihre Sprache.

Sprechstörungen

Das Sprechen ist die Ausführung unserer Sprache. Die uns zur Verfügung stehenden Worte müssen geformt, d.h. artikuliert werden. Allein 120 verschiedene Muskelgruppen  werden dabei miteinander koordiniert - hier können Störungen auftreten. Die bekanntesten Sprechstörungen sind Lispeln und Stottern. Ist das Sprechtempo zu hoch, spricht man von Poltern, einer Redefluss-Störung, die bezeichnenderweise in die Umgangssprache Einzug gehalten hat. Unflüssiges Sprechen kann schnell in einen Teufelskreis aus Hänseleien, Unsicherheit und Sprechangst führen. Logopädie hilft, zum flüssigen Sprechen zurückzufinden. Und die eigene Selbstachtung nicht von der Sprechkompetenz abhängig zu machen. Auch Multiple Sklerose-Patienten können von Sprechstörungen betroffen sein. Sie erhalten Hilfe beim Zurückgewinnen der Kommunikationsfähigkeit, die für uns alle so wichtig ist.

Stimmstörungen
Die Stimme ist ein wichtiges Merkmal eines jeden Individuums - an ihr erkennen wir uns, mit ihr wirken wir auf unsere Mitmenschen. Viele Menschen erwerben mit der Stimme ihren Lebensunterhalt und einige - insbesondere Sänger - sogar Ruhm. Meistens jedoch wird die Stimme in Sprechberufen genutzt - weniger glamourös vielleicht, aber mindestens ebenso wichtig. Treten Störungen auf, hilft eine gezielte Behandlung beim Logopäden, den Beruf weiter und ohne Beeinträchtigungen ausführen zu können. Stimmprobleme haben darüber hinaus viele Kinder schon im Kindesalter.  Aber auch Patienten mit Kehlkopfkrebs, mit denen nach einer Operation an einer "neuen" Stimmgebung gearbeitet wird.

Schluckstörungen

Die Muskeln, die uns das Sprechen ermöglichen, benutzen wir auch beim Schlucken. Etwa 2000-mal schluckt der Mensch pro Tag - meist ohne dass ihm dies bewusst ist. Nicht schlucken zu können, verhindert die Nahrungsaufnahme, das Essen, und stellt eine ganz erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität dar. Sich zu verschlucken kann sogar tödlich enden. Bei neurologisch bedingten Störungen, etwa nach einem Schlaganfall, einem Schädel-Hirn-Trauma oder einem Hirntumor übernehmen LogopädInnen die tragende Rolle bei einer Schlucktherapie, die interdisziplinär durchgeführt wird. 

(DBL - e.V.)